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S A l p h a « n a c h , u m d e m v i e r k ö p f i g e n » L . U . C . A . S « - R u d e l ein neues Alpha-Tier zu präsentieren. Mit dem Produktionsende des altgedienten »L.U.C.A.S 2000« vor etwas mehr als einem Jahr ging gleichzeitig die Ära der 18-Zoll-Subwoofer innerhalb der Reihe vorerst zu Ende. Klanglich zwar wohlgeraten (unser Chefredakteur ist heute noch ein großer Fan des 2000er), doch für viele Anwender schon zu groß, zu schwer und zu unhandlich, wurde das System von dem baulich kleineren und mit dem neuen »DDO«-Signalprozessing ausgestatteten »L.U.C.A.S Max« abgelöst. Mit diesem mittlerweile bewährtem technologischen Fortschritt im Rücken scheint es der HK-Entwicklungsabteilung nun wieder in den Fingern gejuckt zu haben auszuprobieren, ob ein 18-Zoll-Bass nicht irgendwie doch in annehmbaren Abmessungen und Gewichtsdimensionen zu bauen ist. Am Boden Wie bei allen anderen »L.U.C.A.S«-Systemen auch steckt der Antrieb des neuen »Alpha« in der Bassbox: Drei Endstufen mit insgesamt 2 KW Leistung (1.200 Watt für den Bass und 2 x 400 Watt für die Tops) plus die erforderlichen Netzteile sitzen gemeinsam auf einem rückseitigen Chassis aus Stahlblech. Um bei dieser recht hohen Gesamtleistung Verlustwärme, Trafogewichte und bauliche Abmessungen möglichst klein zu halten, finden ausschließlich Schaltnetzteile und »Class D«-Endstufentechnik Verwendung. Dementsprechend abgeschirmt präsentieren sich die einzelnen Baugruppen: Drei quaderförmige »Blechpakete« weisen die bekanntermaßen als störfreudig bekannte Hochfrequenztaktung der Elektronik in die Schranken und dienen gleichermaßen als Tunnel für die Lüfterkühlung. Neben der Elektronik sind am Chassis auch sämtliche Bedienelemente beherbergt: Wir finden die üblichen XLR-Buchsen zum Anschließen und Weiterschleifen der Mischpultsumme, ferner gibt es natürlich auch einen auf beide Kanäle gemeinsam wirkenden Gain-Regler zum Beeinflussen des Eingangspegels und einen Drehknopf für die Balance. So lassen sich die beiden Topteile sehr einfach auch mal mit völlig unterschiedlichen Lautstärken betreiben, beispielsweise dann, wenn »L.U.C.A.S Alpha« nicht als klassische »Links/Rechts-P.A.«, sondern nur zur Hintergrundbeschallung eingesetzt wird und eine der Boxen z. B. in einem Nebenraum leiser spielen soll. Und auch der Bassanteil des Subwoofers kann mit einem extra Regler zwischen -12 dB Dämpfung bis + 6 dB Anhebung ganz nach Belieben stufenlos dosiert werden. Ein ganz neues, bei unserem Testgerät aus der Nullserie leider noch nicht anzutreffendes L.U.C.A.S-Feature ist der Empfindlichkeitsumschalter, der seinen Platz mittig zwischen den Luftaustritten der Kühlung finden wird. Die Tatsache, dass viele Anwender nur kleine Mischpulte mit dem so genannten »10 dB Consumer-Pegel« anschließen oder den L.U.C.A.S gar direkt von einem Keyboard aus unsymmetrisch ansteuern, lässt diesen Schritt logisch erscheinen. In Stellung »-6 dB« sind beide Eingänge 10 Dezibel empfindlicher gegenüber dem sonst üblichen +4-dB-Profistandard. Dies kompensiert die bei unsymmetrischer Verkabelung automatisch auftretenden 6 Dezibel Pegelverlust, zusätzlich sind die Eingänge noch um 4 dB »heißer«, so dass bei Bedarf auch mit schwächeren, direkt angeschlossenen Signalquellen ausreichend Lautstärke zu erzielen sein dürfte. Wandert der Blick weiter nach unten, ist neben dem Netzschalter, den beiden Speakon-Buchsen für die Topteile und dem Powercon-Stromanschluss noch der »External Sub Out«-Anschluss interessant. Hier liegt das vom »DDO«-Controller bearbeitete Basssignal an und kann via XLR-Kabel einem zusätzlichen, zu »L.U.C.A.S Alpha« passenden »Alpha-XTension«-Subbass zugeführt werden. Weil der »DDO«-Controller exakt mit den Kenndaten des hier verwendeten Lautsprechers plus den Einflüssen des Gehäuses »gefüttert« wurde und entsprechend filtert, ist vom Anschluss markenfremder Aktiv-Subwoofer mit anderen Chassis wenn keine zwingende Notwendigkeit besteht eher abzuraten. Was die mechanische Verarbeitung und das Design angeht, bietet die »L.U.C.A.S Alpha«-Bassbox das gewohnte Bild: Holzgehäuse mit strapazierfähiger schwarzer Lackierung, Gummifüße an der Unterseite, vier große lenkbare Rollen rückseitig, vier Griffmulden an den Seitenwänden und zum Einschrauben einer Topteil-Distanzstange ein entsprechender 20-mm-Flansch an der Oberseite. Die mit 53 x 63,5 x 68,5 cm für einen 18-Zoll-Subbasses noch kompakten Maße ermöglichen den problemlosen Transport in einem Kombi-PKW. Beim Ein- und Ausladen sollten aber lieber zwei Personen anfassen 58 kg Gewicht alleine zu hieven ist auf Dauer alles andere als rückenschonend. In der Luft Verglichen mit »L.U.C.A.S Max« hat HK Audio in Sachen Lautsprecher beim »Alpha-Tier« noch mal kräftig nachgelegt und präsentiert zwei 12-/1,4-Zoll-bestückte Topteile in gewohnter Optik, die dank Neodymtreiber mit moderaten 19 kg Gewicht pro Box auskommen. Die Trennung zwischen Hoch- und Mittentöner übernimmt eine Passivweiche im Innern, das Horn besitzt ein Abstrahlverhalten von 60 x 40°. Damit die hohen Frequenzen schön sauber ins Publikum gelangen und nicht sinnlos von der Decke reflektieren und den Sound beeinträchtigen, gibt es den bekannten HK »Duo Tilt«-Stativflansch mit zwei geneigten Aufnahmen zu drei und sieben Grad. Beim Aufbau kommen die Topteile entweder auf Stative, oder man benutzt Platz sparend den bzw. die Subwoofer als mechanische Fundamente, wofür dann die schon angesprochenen Distanzstangen Verwendung finden. Praxis Den ersten praktischen Einsatz erlebt unser Testsystem auf einer privaten Hochzeitsfeier. Zu bewältigen ist das typische DJ-Programm, dazu kommt noch eine musikalische »Unplugged«-Einlage unsererseits mit Gesang, Gitarren, Bass und Perkussion. Mit nicht geringer Genugtuung bleibt von dieser Aktion zu berichten, dass »L.U.C.A.S Alpha« der vom DJ mitgebrachten Anlage chinesischer Herkunft klanglich gnadenlos die Hosen ausgezogen hat (die Marke verschweige ich jetzt mal pietätvoll). Der nicht zu vernachlässigende finanzielle Mehraufwand für »Made in Germany« ist in diesem Fall also gut angelegt! Dass das zu vorgerückter Stunde recht ausgelassen feiernde Publikum diesen Umstand aber weitaus weniger enthusiastisch zur Kenntnis genommen hat als ich, ist ein ganz anderes Thema. Tags darauf habe ich dann ausführlich Gelegenheit, mich im Vorfeld eines Konzerts mit den Eigenschaften von »L.U.C.A.S Alpha« näher zu beschäftigen. »Raffaele & Consorten«, eine im Rhein-Main-Gebiet ansässige Formation, spielt heute im großen Saal des Offenbacher Büsingpalais. Auf dem Programm stehen Ethno-Pop und italienische Canzuni. An Instrumenten gilt es, Kontrabass, Perkussion (darunter eine schön »basshaltige« Cajon), Gitarren, Akkordeon und natürlich Gesang den erwarteten 150 Leuten in adäquater Soundqualität zu präsentieren. Nachdem alle Strom- und Audioverbindungen hergestellt und »L.U.C.A.S« betriebsbereit ist, spiele ich einige Musikstücke aus der Konserve ab, um dem »DDO«-Systemcontroller auf den Zahn zu fühlen. Interessanterweise präsentiert sich dieses Feature von außen eher unspektakulär, was wiederum einiges über die anwenderfreundliche »Plug & Play«-Philosophie dieses Systems aussagt. Stehen bei anderen »DDO«-Produkten wie »L.U.C.A.S Max« oder »ACTOR DX« bis zu fünf unterschiedliche Presets zur Auswahl, so sind es bei »L.U.C.A.S Alpha« gerade noch zwei. »Live Band« und »DJ« lauten die schlichten Bezeichnungen der beiden LED-Anzeigen, auf Tastendruck gelangen die beiden Programme abwechselnd in den Speicher, währenddessen die Audiowiedergabe unterbrochen ist. Bekanntermaßen übt das »DDO«-Signalprozessing unter anderem ja direkten Einfluss auf die Ein- und Ausschwingvorgänge der Lautsprecher aus, und »Live Band« nimmt besonders den Subwoofer sprichwörtlich an die kurze Leine: Kurze Attack- und Release-Zeiten sorgen für akzentuiert-stramme Tieftonwiedergabe, gleichzeitig sind die Mitten deutlich präsent. Das »DJ«-Preset hingegen geht etwas »gemütlicher« zu Werke: Dem Basslautsprecher wird seitens des »DDO«-Controllers mehr Zeit zum Ein- und Ausschwingen gelassen, was eine weichere Basswiedergabe ermöglicht. Auch die oberen Mitten sind nicht mehr so präsent wie vorher, es klingt indirekter. Also wechsele ich zum anstehenden Soundcheck mit der Band wieder auf das »Live«-Preset und reguliere Gain- und Bassregler in die 0-dB-Mittelstellung. Es zeigt sich, dass die klangliche Grundabstimmung von »L.U.C.A.S Alpha« nahezu perfekt gelungen ist weder »Dröhnstellen« im Tiefmittenbereich, noch irgendwelche unangenehm hervorstechenden hohen Frequenzen sind auszumachen. Auch bei wechselnden Wiedergabelautstärken bleibt das Klangbild bemerkenswert stabil ein weiterer Verdienst des »DDO«-Controllers (hierzu mehr im nebenstehenden Textkasten). Der zwischen Pult und Anlage vorsorglich eingeschleifte Equalizer hat heute einen einfachen Job und kann bis auf eine kleine, raumakustisch bedingte Absenkung bei 125 Hz in neutraler Mittelstellung verbleiben. Auch die Kanal-EQs im Pult brauche ich von einigen leichten Höhenanhebungen und den üblichen Basscuts auf den Gitarrenkanälen und den Overhead-Mikrofonen mal abgesehen kaum zu verstellen. Das spätere Konzert ist dann lax formuliert eigentlich nur noch Formsache: Die Kompakt-P.A. liefert hervorragend-transparenten Sound und klingt zu keiner Zeit angestrengt, obwohl ich gegen Ende der Darbietung am Pult schon ordentlich Signal fahren muss ( + 6 dB und mehr), um dem Bühnenpegel der mittlerweile gut warmgespielten Kapelle Paroli bieten zu können. Finale Mit »L.U.C.A.S Alpha« bringt HK Audio ein neues Aktivsystem-Flaggschiff auf den Markt, das nicht nur den herkömmlichen Musiker- und DJ-Bedarf an Beschallung abdeckt, sondern auch im professionellen Kleinverleih durchaus ein Wörtchen mitreden kann. Der 18-Zoll-Bass und eine verbesserte, leistungsfähigere Lautsprecherbestückung sorgen gegenüber dem bisherigen Topmodell »L.U.C.A.S Max« noch mal für einen deutlichen Klangvorteil. »L.U.C.A.S«-Systeme sind von Haus aus einfach im Handling, und solange der musikalisch-klangliche Input stimmt, kann der Anwender dank der ausgeklügelten »DDO«-Soundkorrektur kaum etwas falsch machen. Angesichts der Tatsache, dass »L.U.C.A.S Alpha« mit einem zweiten Aktivbass erweitert werden kann, wird das System auch für etwas lauter zu Werke gehende Rockbands interessant. Pro & Contra + einfache Bedienung + flexibel einsetzbar + hohe Ausgangsleistung + Klangabstimmung durch »DDO«-Technologie + Klangbild bleibt pegelunabhängig stabil + Limiter/Übersteuerungsfestigkeit + roadtaugliche 75-mm-Rollen an Bassbox + Topteile geneigt aufstellbar + Verarbeitung Listenpreis HK Audio »L.U.C.A.S Alpha«-Aktivsystem: 4.499 Euro Verkaufspreis HK Audio »L.U.C.A.S Alpha«-Aktivsystem: 4.100 Euro Info www.hkaudio Nachgefragt Textkasten: Digitale dynamische Optimierung Was es mit der »DDO«-Technologie auf sich hat, darüber gab es im Rahmen diverser Tests (zuletzt in tools4music 3/2006, »L.U.C.A.S Max«) immer wieder genügend Hintergrundinformationen. Weil das Thema aber nach wie vor brandaktuell und zukunftsweisend ist, hier noch einmal das Wichtigste im Wortlaut: Mit der »DDO«-Technologie (»Digital Dynamic Optimisation«) nimmt HK Audio das letzte noch unvollkommene Glied der P.A.-Signalkette ins technische Optimierungsvisier: den Lautsprecher. Während die rein elektronisch arbeitenden Komponenten wie Mischpult, Frequenzweiche und Endstufe in den letzten Jahren mehr und mehr auf Rauscharmut, Klangneutralität und Leistungsstärke perfektioniert wurden, war beim finalen Lautsprecher aufgrund der rein mechanischen Arbeitsweise verhältnismäßig wenig machbar. Eine schwingende Lautsprechermembran besitzt abhängig von der Auslenkung mehr oder weniger starke Nichtlinearitäten, die das akustische Ergebnis zwangsläufig verfälschen. Mit anderen Worten: Ein Lautsprecher produziert Verzerrungen, denn er fügt dem produzierten Schall Klanganteile hinzu, die im elektrischen Ausgangssignal der Endstufe nicht enthalten sind. Dafür verantwortlich sind im Wesentlichen die Ein- und Ausschwingvorgänge, verursacht durch die Trägheit der Membranmasse und die Steifigkeit der mechanischen Aufhängung im Lautsprecherkorb. Ein- und Ausschwingen bewirken besonders bei impulsförmigen Signalen so etwas wie einen akustischen Weichzeichner, der klangliche Details verschwinden lässt. Dank der in den letzten Jahren erzielten Fortschritte in der Signalprozessortechnik ist es nun möglich, den ungeliebten Ein- und Ausschwingphasen mit Hilfe gezielter digitaler Manipulation beizukommen. Dieses von HK Audio entwickelte Verfahren nennt sich »DDO« und funktioniert folgendermaßen: Nachdem eine Wandlerstufe das vom Mischpult kommende Analogsignal in Bits und Bytes umgesetzt hat, wird auf digitaler Ebene der Audiofrequenzbereich in fünf Bänder aufgeteilt. Jedes Band verfügt über zwei digitale Kompander, deren Kennlinien sich sowohl am eingespeisten Audiopegel wie auch an den (vorher akribisch erforschten) Eigenschaften der verwendeten Lautsprecher orientieren. Ein Kompander bearbeitet die Signaldynamik immer in zwei Richtungen: Oberhalb der vorgegebenen Einsatzschwelle regelt er zurück und arbeitet als Kompressor, während unterhalb dieses »Threshold« das Signal hochgefahren wird. So ist es möglich, den Membranen beim zu langsamen Einschwingen durch kurzzeitiges Anheben der Signalverstärkung sprichwörtlich »auf die Sprünge« zu helfen, während zu langes Ausschwingen durch starkes Verkürzen der Release-Zeit »abgebremst« werden kann. Als Resultat stellt sich ein deutlich »offeneres« Klangbild ein. Sprache, Gesang und andere Instrumente klingen wesentlich akzentuierter und transparenter als vorher. Darüber hinaus kompensiert »DDO« auch die Frequenzabhängigkeit des menschlichen Gehörs vom wahrgenommenen Schalldruck. Tiefe Frequenzanteile von sehr leisen Geräuschen nimmt der Mensch so gut wie gar nicht wahr erst bei höheren Lautstärken stellt sich Bassempfinden ein. Diese als Fletcher-Munson-Effekt bekannte und in den gleichnamigen Diagrammen auch dargestellte Eigenschaft sorgt dafür, dass das klassische Einstellen einer Beschallungsanlage mittels Equalizer streng genommen immer nur für eine Abhörlautstärke Gültigkeit hat. Aus dem gleichen Grund besitzen HiFi-Verstärker für niedrige Wiedergabepegel oft eine Klangkorrektur in Form einer konstanten Bassanhebung, die mit Hilfe der »Loudness«-Taste einfach zugeschaltet wird. Dies geschieht automatisch und mit fließendem Übergang das Klangbild bleibt bis zum Einsetzen des globalen Limiters an der oberen Leistungsgrenze stabil. © tools 4 music, Ausgabe 3/2007. Alle Nutzungsrechte, auch auszugsweise, liegen beim PNP-Verlag, Neumarkt. Jedwede Vervielfältigung oder Nutzung bedarf der Genehmigung der Redaktion: redaktion@tools4music X Z ¢/ ¹/ É/ ö/ > ©> W? 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