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Antifaschistisches B ndnis DithmarschenRedebeitrag des Antifaschistischen Bündnisses Wir vom Antifaschistischen Bündnis Dithmarschen danken dem DGB für die Gelegenheit zu einem Beitrag im Rahmen seiner heutigen Kundgebung.Uns ist durchaus bewusst, dass ein gemeinsames öffentliches Auftreten angesichts der zunehmenden Kriminalisierung linker und antifaschistischer Strukturen keine Selbstverständlichkeit darstellt. Eine Trennung zwischen „unserem Thema“ und „eurem Thema“, wie sie vereinzelt immer wieder vollzogen wird, wollen wir allerdings in Frage stellen.Für uns steht die enge Verknüpfung zwischen dem Kampf für soziale Gerechtigkeit und Arbeitsplätze und dem Kampf gegen Rechtsextremismus im Vordergrund, und wir finden, dass es hinreichend Gründe gibt für antifaschistisches Engagement innerhalb der Gewerkschaftsarbeit: das Verbot der Gewerkschaften im Mai 1933, rechte Gewalttaten gegen Gewerkschaftsmitglieder sowie Bestrebungen von Neonazis den 1.Mai durch Aufmärsche wieder als ihren „Tag der nationalen Arbeit“ zu besetzen.Parallel zu dieser Veranstaltung und ganz in der Nähe findet ein Aufmarsch der NPD statt. „1. Mai – Arbeit zuerst für Deutsche!“ lautet das Motto in Bad Bramstedt heute.Wir hoffen mit unserem Beitrag deutlich machen zu können, dass die von Rechten ausgehende Bedrohung unser aller Thema ist und sein muss.Ich werde im Folgenden also nicht über das gegenwärtige Wirtschaftswachstum oder potentielle Arbeitsplätze sprechen, sondern die sozialpolitische Situation zu den Umtrieben der Rechten in Beziehung setzen. „Du hast mehr verdient“, so heißt es im diesjährigen DGB-Aufruf. Neben sozialer Sicherheit und guter Arbeit auch: Respekt.Wir alle und insbesondere diejenigen, deren elementare Menschenrechte mehr und mehr beschnitten und missachtet werden, verdienen eine Gesellschaft, die getragen ist von gegenseitigem Respekt, gegenseitiger Achtung, Toleranz und Solidarität - bis über die Grenzen dieses Landes hinaus.Für eine derartige Gesellschaft müssen wir gemeinsam eintreten und uns der medienbetriebenen Polarisierungs- und Spaltungspolitik entgegenstellen.In Zeiten des Sozialabbaus bei gleichzeitiger Förderung von Kapital und Unternehmen wird mit Patriotismuskampagnen gezielt Stimmung erzeugt, um von den negativen Inhalten dieser Politik abzulenken. Eines der bekanntesten Beispiele ist die überparteiliche Mutmacher-Kampagne „Du bist Deutschland“, die von führenden Medienunternehmen initiiert wurde. Aber auch das schwarz-rot-goldene Fahnenmeer während der Fußballweltmeisterschaft hat die Herzen von Patriotismus-Verfechtern höher schlagen lassen.„Vaterland statt Sozialstaat“ ist die Devise, Deutschland soll wettbewerbsfähig sein für den globalisierten Kapitalismus des 21. Jahrhunderts. Die Absichten, die solche Kampagnen verfolgen, sind weder demokratischer noch sozialer Natur, denn die Lasten der globalen Standortkonkurrenz werden auf die Beschäftigten, auf Erwerbslose und an den Rand gedrängte Menschen abgewälzt.Die Individualisierung der ökonomischen und sozialen Sicherheit sowie der Ausbau eines autoritären Sicherheits- und Überwachungsstaates verringern mehr und mehr den Spielraum zur selbstständigen Gestaltung des eigenen Lebens. Missstimmungen, Ressentiments bis hin zu diskriminierenden, rassistischen und antisemitischen Anschauungen nehmen zu.Im Verlauf und als Teil dieser Entwicklung versuchen rechtsextremistische Organisationen und Gruppierungen Einfluss zu gewinnen und das demokratische System zu destabilisieren. Als volksnahe und soziale Alternative bemüht sich die „neue Rechte“ für unterschiedliche Kreise anschlussfähig zu werden, unter anderem auch in der traditionell linken Bewegung – durch Verwendung ihrer Argumente, nur mit anderem Hintergrund.„Arbeitsplätze für Millionen statt Profit für Millionäre“ rufen Nazis jetzt in diesem Augenblick bei ihrem Aufmarsch in Erfurt. In Dortmund lautet das Motto: „Gemeinsam gegen den Kapitalismus - Heraus zum 1.Mai!“. Und bei anderen Gelegenheiten: „Sozialismus ist machbar!“, „Es gibt keine gerechte Globalisierung!“ oder „Keine deutschen Soldaten in Kriegsgebiete!“.So kann es passieren, dass sich KriegsgegnerInnen und GlobalisierungskritikerInnen, aber auch GewerkschaftlerInnen, auf einmal auf einer Seite mit der „neuen Rechten“ wiederfinden, die sich nun als Gegner des sozialen Kahlschlags und der Globalisierung zeigt.Für die NPD ist eine „antiglobalistische Querfront aus Linken und Rechten ein wünschenswertes Fernziel“. Sie ließ verlauten, dass beim G8-Gipfel in Heiligendamm „Überraschungen“ möglich seien.Erschreckend ist, in welcher Größenordnung und mit welchen Strategien sich rechtsextremistisches Denken und Handeln in Deutschland verbreitet und bereits verfestigt hat. Nazi-Gruppen haben starken Zulauf, sie treten unverblümt mit nationalistischen Symbolen an die Öffentlichkeit und machen durch Gewalttaten auf sich aufmerksam.Nach einer kürzlich vom Bundesinnenministerium vorgelegten Statistik stieg die Zahl der rechtsextrem motivierten Delikte im Vergleich zum Vorjahr um 14% auf 18.142 Fälle. Die von Rechtsextremen verübten Straftaten um fast 8% auf insgesamt 1.115 Übergriffe. Die Dunkelziffer ist hoch.Auch in Dithmarschen gehören für Menschen mit Migrationshintergrund, alternative Jugendliche und Andersdenkende Bedrohungen und Angriffe durch Nazis zum Alltag.Hier wächst und gedeiht die Neonazi-Szene schon seit Jahren – organisiert als „Nationale Aktionsfront Dithmarschen“ und eingebunden in die norddeutsche Kameradschaftsszene.Ihre Mitglieder beteiligen sich regional und überregional an Aufmärschen, Demonstrationen, Kundgebungen, Info-Tischen, Kranzniederlegungen, Initiativen und Auftritten bei öffentlichen Veranstaltungen. Unterstützung erhalten sie von der NPD, die ihre „Drei-Säulen-Strategie“ - „Kampf um die Köpfe, Kampf um die Straße, Kampf um die Parlamente“ - um eine vierte Säule erweitert hat: den „Kampf um den organisierten Willen“.Mit dem Ziel, möglichst alle nationalen Kräfte in ihrem „Volksfront-Konzept“ zu bündeln, hat sich die NPD für das militante neonazistische Spektrum geöffnet.Die Szene in Dithmarschen werde ein Beobachtungsschwerpunkt des Verfassungsschutzes bleiben, heisst es im gerade erschienenen Verfassungsschutzbericht 2006. Die „Nationale Aktionsfront Dithmarschen“ habe ihre besondere Rolle in der landesweiten Kameradschaftsszene behauptet.Die Mitglieder würden über eine gefestigte rechtsextremistische Weltanschauung verfügen, die sie in die Lage versetze, selbstbewusst auch nach außen gerichtete Aktivitäten – u.a. zu sozialen Themen – zu betreiben.Zu Hilfe gekommen sei ihnen, dass nennenswerter öffentlicher Widerstand erst Ende 2006 festzustellen gewesen sei. Schon im Verfassungsschutzbericht 2005 wird der Kreis Dithmarschen neben Lübeck/Ostholstein und Neumünster als einer der regionalen Schwerpunkte des schleswig-holsteinischen Neo-Nationalsozialismus benannt.Mittlerweile hat sich die Situation weiter verschärft. Seit Oktober 2006 entwickelt sich die ehemalige Gaststätte „Zur Börse“ in Neufeld bei Marne zu einem Treffpunkt der rechten Szene. Wie Erfahrungen aus anderen Regionen zeigen, ist das Entstehen eines Nazi-Treffs ein Zeichen für das wachsende Selbstbewusstsein und die Festigung der Szene. Von dort aus werden Aktionen geplant, Strukturen erweitert, „Nationale Jugendarbeit“ geleistet und das von der NPD stammende Konzept der „National befreiten Zonen“ durchgesetzt. Darüber hinaus bieten sich derartige Zentren als Veranstaltungsorte für Rechtsrockkonzerte an, die den Zusammenhalt stärken sowie die Einbindung neuer Kameraden in die Szene fördern sollen.Die Musik dient hierbei als Medium zur Verbreitung der rechtsextremistischen Ideologie, stellt jedoch zusätzlich eine willkommene Einnahmequelle dar.Auch in der Neufelder „Börse“ finden regelmäßige als Privatfeiern ausgegebene Konzerte mit rechtsextremen Bands statt, deren Gäste von weit her anreisen.Eines von ihnen wurde von der internationalen, in Deutschland verbotenen „Blood&Honour“-Bewegung sowie der als neonazistisch-terroristisch eingestuften Organisation „Combat 18“ veranstaltet.„Kahle Köpfe feiern in der Börse“ überschrieb die DLZ einen ihrer zum Thema erschienenen Artikel. Wir erfahren, dass der Gaststätteneigentümer keine Probleme damit hat, und dass dem Neufelder Bürgermeister zwar nicht wohl bei der Sache ist, er aber nichts dagegen tun kann. Genauso wenig wie das zuständige Ordnungsamt.Wir erfahren auch, dass es bei den Konzerten ruhig bleibt, dass die Nazis ihre Streitigkeiten selbst regeln und hinterher ihren Müll einsammeln.Die Polizei, die den Ablauf der Veranstaltungen sichert, rechnet allerdings mit einem baldigen Ende der Ruhe. „Man gehe davon aus, dass in absehbarer Zeit auch linke Gruppierungen in Neufeld aufmarschieren.“ Nun hat der altbekannte Kriminalisierungsversuch linker und antifaschistischer Strukturen auch sein Gutes.Angesichts des drohenden Aufeinandertreffens linker und rechter Gruppen ist die gesamte Umgebung zum gefährlichen und gefährdeten Ort erklärt worden, was beim zuletzt stattgefundenen Konzert zu verschärften Kontrollen führte. Die beschlagnahmten Dinge könnten ein Verbot zukünftiger Veranstaltungen zur Folge haben. Dies bleibt zu hoffen.Dessen ungeachtet rufen wir dazu auf, den öffentlichen Druck zu verstärken, um die politisch Verantwortlichen von ihrer ursprünglichen Strategie des Ignorierens zum weiteren Handeln zu bewegen.Am letzten Samstag haben über 200 Menschen in Marne bei der Kundgebung des Aktionsbündnis „Nazi-Zentrum Börse in Neufeld schließen“ ein deutliches Zeichen gesetzt.Dieser Veranstaltung müssen weitere folgen, um zu zeigen, dass ein Nazi-Treffpunkt in der Bevölkerung nicht auf Akzeptanz stößt. Rechtsrock muss als das benannt werden, was er ist: die Begleitmusik zu Mord und Totschlag.Redebeitrag des Antifaschistischen Bündnisses Wir vom Antifaschistischen Bündnis Dithmarschen danken dem DGB für die Gelegenheit zu einem Beitrag im Rahmen seiner heutigen Kundgebung. Uns ist durchaus bewusst, dass ein gemeinsames öffentliches Auftreten angesichts der zunehmenden Kriminalisierung linker und antifaschistischer Strukturen keine Selbstverständlichkeit darstellt. Eine Trennung zwischen „unserem Thema“ und „eurem Thema“, wie sie vereinzelt immer wieder vollzogen wird, wollen wir allerdings in Frage stellen. Für uns steht die enge Verknüpfung zwischen dem Kampf für soziale Gerechtigkeit und Arbeitsplätze und dem Kampf gegen Rechtsextremismus im Vordergrund, und wir finden, dass es hinreichend Gründe gibt für antifaschistisches Engagement innerhalb der Gewerkschaftsarbeit: das Verbot der Gewerkschaften im Mai 1933, rechte Gewalttaten gegen Gewerkschaftsmitglieder sowie Bestrebungen von Neonazis den 1. Mai durch Aufmärsche wieder als ihren „Tag der nationalen Arbeit“ zu besetzen. Parallel zu dieser Veranstaltung und ganz in der Nähe findet ein Aufmarsch der NPD statt. „1. Mai – Arbeit zuerst für Deutsche!“ lautet das Motto in Bad Bramstedt heute. Wir hoffen mit unserem Beitrag deutlich machen zu können, dass die von Rechten ausgehende Bedrohung unser aller Thema ist und sein muss. Ich werde im Folgenden also nicht über das gegenwärtige Wirtschaftswachstum oder potentielle Arbeitsplätze sprechen, sondern die sozialpolitische Situation zu den Umtrieben der Rechten in Beziehung setzen. „Du hast mehr verdient“, so heißt es im diesjährigen DGB-Aufruf. Neben sozialer Sicherheit und guter Arbeit auch: Respekt. Wir alle und insbesondere diejenigen, deren elementare Menschenrechte mehr und mehr beschnitten und missachtet werden, verdienen eine Gesellschaft, die getragen ist von gegenseitigem Respekt, gegenseitiger Achtung, Toleranz und Solidarität - bis über die Grenzen dieses Landes hinaus. Für eine derartige Gesellschaft müssen wir gemeinsam eintreten und uns der medienbetriebenen Polarisierungs- und Spaltungspolitik entgegenstellen. In Zeiten des Sozialabbaus bei gleichzeitiger Förderung von Kapital und Unternehmen wird mit Patriotismuskampagnen gezielt Stimmung erzeugt, um von den negativen Inhalten dieser Politik abzulenken. Eines der bekanntesten Beispiele ist die überparteiliche Mutmacher-Kampagne „Du bist Deutschland“, die von führenden Medienunternehmen initiiert wurde. Aber auch das schwarz-rot-goldene Fahnenmeer während der Fußballweltmeisterschaft hat die Herzen von Patriotismus-Verfechtern höher schlagen lassen. „Vaterland statt Sozialstaat“ ist die Devise, Deutschland soll wettbewerbsfähig sein für den globalisierten Kapitalismus des 21. Jahrhunderts. Die Absichten, die solche Kampagnen verfolgen, sind weder demokratischer noch sozialer Natur, denn die Lasten der globalen Standortkonkurrenz werden auf die Beschäftigten, auf Erwerbslose und an den Rand gedrängte Menschen abgewälzt. Die Individualisierung der ökonomischen und sozialen Sicherheit sowie der Ausbau eines autoritären Sicherheits- und Überwachungsstaates verringern mehr und mehr den Spielraum zur selbstständigen Gestaltung des eigenen Lebens. Missstimmungen, Ressentiments bis hin zu diskriminierenden, rassistischen und antisemitischen Anschauungen nehmen zu. Im Verlauf und als Teil dieser Entwicklung versuchen rechtsextremistische Organisationen und Gruppierungen Einfluss zu gewinnen und das demokratische System zu destabilisieren. Als volksnahe und soziale Alternative bemüht sich die „neue Rechte“ für unterschiedliche Kreise anschlussfähig zu werden, unter anderem auch in der traditionell linken Bewegung – durch Verwendung ihrer Argumente, nur mit anderem Hintergrund. „Arbeitsplätze für Millionen statt Profit für Millionäre“ rufen Nazis jetzt in diesem Augenblick bei ihrem Aufmarsch in Erfurt. In Dortmund lautet das Motto: „Gemeinsam gegen den Kapitalismus - Heraus zum 1. Mai!“. Und bei anderen Gelegenheiten: „Sozialismus ist machbar!“, „Es gibt keine gerechte Globalisierung!“ oder „Keine deutschen Soldaten in Kriegsgebiete!“. So kann es passieren, dass sich KriegsgegnerInnen und GlobalisierungskritikerInnen, aber auch GewerkschaftlerInnen, auf einmal auf einer Seite mit der „neuen Rechten“ wiederfinden, die sich nun als Gegner des sozialen Kahlschlags und der Globalisierung zeigt. Für die NPD ist eine „antiglobalistische Querfront aus Linken und Rechten ein wünschenswertes Fernziel“. Sie ließ verlauten, dass beim G8-Gipfel in Heiligendamm „Überraschungen“ möglich seien. Erschreckend ist, in welcher Größenordnung und mit welchen Strategien sich rechtsextremistisches Denken und Handeln in Deutschland verbreitet und bereits verfestigt hat. Nazi-Gruppen haben starken Zulauf, sie treten unverblümt mit nationalistischen Symbolen an die Öffentlichkeit und machen durch Gewalttaten auf sich aufmerksam. Nach einer kürzlich vom Bundesinnenministerium vorgelegten Statistik stieg die Zahl der rechtsextrem motivierten Delikte im Vergleich zum Vorjahr um 14% auf 18. 142 Fälle. Die von Rechtsextremen verübten Straftaten um fast 8% auf insgesamt 1. 115 Übergriffe. Die Dunkelziffer ist hoch. Auch in Dithmarschen gehören für Menschen mit Migrationshintergrund, alternative Jugendliche und Andersdenkende Bedrohungen und Angriffe durch Nazis zum Alltag. Hier wächst und gedeiht die Neonazi-Szene schon seit Jahren – organisiert als „Nationale Aktionsfront Dithmarschen“ und eingebunden in die norddeutsche Kameradschaftsszene. Ihre Mitglieder beteiligen sich regional und überregional an Aufmärschen, Demonstrationen, Kundgebungen, Info-Tischen, Kranzniederlegungen, Initiativen und Auftritten bei öffentlichen Veranstaltungen. Unterstützung erhalten sie von der NPD, die ihre „Drei-Säulen-Strategie“ - „Kampf um die Köpfe, Kampf um die Straße, Kampf um die Parlamente“ - um eine vierte Säule erweitert hat: den „Kampf um den organisierten Willen“. Mit dem Ziel, möglichst alle nationalen Kräfte in ihrem „Volksfront-Konzept“ zu bündeln, hat sich die NPD für das militante neonazistische Spektrum geöffnet. Die Szene in Dithmarschen werde ein Beobachtungsschwerpunkt des Verfassungsschutzes bleiben, heisst es im gerade erschienenen Verfassungsschutzbericht 2006. Die „Nationale Aktionsfront Dithmarschen“ habe ihre besondere Rolle in der landesweiten Kameradschaftsszene behauptet. Die Mitglieder würden über eine gefestigte rechtsextremistische Weltanschauung verfügen, die sie in die Lage versetze, selbstbewusst auch nach außen gerichtete Aktivitäten – u. a. zu sozialen Themen – zu betreiben. Zu Hilfe gekommen sei ihnen, dass nennenswerter öffentlicher Widerstand erst Ende 2006 festzustellen gewesen sei. Schon im Verfassungsschutzbericht 2005 wird der Kreis Dithmarschen neben Lübeck/Ostholstein und Neumünster als einer der regionalen Schwerpunkte des schleswig-holsteinischen Neo-Nationalsozialismus benannt. Mittlerweile hat sich die Situation weiter verschärft. Seit Oktober 2006 entwickelt sich die ehemalige Gaststätte „Zur Börse“ in Neufeld bei Marne zu einem Treffpunkt der rechten Szene. Wie Erfahrungen aus anderen Regionen zeigen, ist das Entstehen eines Nazi-Treffs ein Zeichen für das wachsende Selbstbewusstsein und die Festigung der Szene. Von dort aus werden Aktionen geplant, Strukturen erweitert, „Nationale Jugendarbeit“ geleistet und das von der NPD stammende Konzept der „National befreiten Zonen“ durchgesetzt. Darüber hinaus bieten sich derartige Zentren als Veranstaltungsorte für Rechtsrockkonzerte an, die den Zusammenhalt stärken sowie die Einbindung neuer Kameraden in die Szene fördern sollen. Die Musik dient hierbei als Medium zur Verbreitung der rechtsextremistischen Ideologie, stellt jedoch zusätzlich eine willkommene Einnahmequelle dar. Auch in der Neufelder „Börse“ finden regelmäßige als Privatfeiern ausgegebene Konzerte mit rechtsextremen Bands statt, deren Gäste von weit her anreisen. Eines von ihnen wurde von der internationalen, in Deutschland verbotenen „Blood&Honour“-Bewegung sowie der als neonazistisch-terroristisch eingestuften Organisation „Combat 18“ veranstaltet. „Kahle Köpfe feiern in der Börse“ überschrieb die DLZ einen ihrer zum Thema erschienenen Artikel. Wir erfahren, dass der Gaststätteneigentümer keine Probleme damit hat, und dass dem Neufelder Bürgermeister zwar nicht wohl bei der Sache ist, er aber nichts dagegen tun kann. Genauso wenig wie das zuständige Ordnungsamt. Wir erfahren auch, dass es bei den Konzerten ruhig bleibt, dass die Nazis ihre Streitigkeiten selbst regeln und hinterher ihren Müll einsammeln. Die Polizei, die den Ablauf der Veranstaltungen sichert, rechnet allerdings mit einem baldigen Ende der Ruhe. „Man gehe davon aus, dass in absehbarer Zeit auch linke Gruppierungen in Neufeld aufmarschieren. “ Nun hat der altbekannte Kriminalisierungsversuch linker und antifaschistischer Strukturen auch sein Gutes. Angesichts des drohenden Aufeinandertreffens linker und rechter Gruppen ist die gesamte Umgebung zum gefährlichen und gefährdeten Ort erklärt worden, was beim zuletzt stattgefundenen Konzert zu verschärften Kontrollen führte. Die beschlagnahmten Dinge könnten ein Verbot zukünftiger Veranstaltungen zur Folge haben. Dies bleibt zu hoffen. Dessen ungeachtet rufen wir dazu auf, den öffentlichen Druck zu verstärken, um die politisch Verantwortlichen von ihrer ursprünglichen Strategie des Ignorierens zum weiteren Handeln zu bewegen. Am letzten Samstag haben über 200 Menschen in Marne bei der Kundgebung des Aktionsbündnis „Nazi-Zentrum Börse in Neufeld schließen“ ein deutliches Zeichen gesetzt. Dieser Veranstaltung müssen weitere folgen, um zu zeigen, dass ein Nazi-Treffpunkt in der Bevölkerung nicht auf Akzeptanz stößt. Rechtsrock muss als das benannt werden, was er ist: die Begleitmusik zu Mord und Totschlag.Letzten Artikel zu devise deutschland Hauptkriegsverbrecherproze Mai 1945 Biografie Willy Brandt (2007-09-13) HauptkriegsverbrecherprozeßIm Mai 1945 wird Norwegen von der deutschen Besatzung befreit. Das Deutsche Reich hat kapituliert. Willy Brandt kehrt aus Stockholm nach Oslo zurück. Von dort aus berichtet er für schwedische und amerikanische Zeitungen über die Befreiung Norwegens. Im Oktober 1945 reist Brandt im Auftrag der skandinavischen Arbeiterpresse als Berichterstatter zum Hauptkriegsverbrecherprozeß nach Nürnberg. 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