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Ohne TitelZeit und Raum sind nach Kant die primären Kategorien der menschlichen Wahrnehmung. Unser Denken und Empfinden, unsere ganze Existenz ist diesen Kategorien verhaftet und umschließen uns wie eine Schale, die Geborgenheit und Sinn gibt, manchmal aber auch als Beengung empfunden werden kann. In seltenen Momenten der Entrückung und Ekstase scheint es, als könnten wir kurzzeitig Raum und Zeit übersteigen und dahinter ein Unaussprechliches erspüren, das uns mit Schaudern und Freude erfüllt.Komponisten haben auf diese Phänomene seit jeher sensibel reagiert und oftmals versucht, mit Hilfe der Musik - der Zeitkunst par exemple - diese verborgen Welten erahnbar zu machen. Die von Schönberg im 2. Streichquartett akklamierte "Luft von anderen Planeten" kündet ebenson davon wie die Musik Iannis Xenakis, die sich - aller eingesetzten mathematischen Verfahrensweisen zum Trotz - auf archaische Rituale des altgriechischen Dionysos-Kultes bezieht.Dass der Raum erst durch Klang erfahrbar wird, hat Heinz Tesar (der Architekt des SCHÖMER-HAUSES) immer wieder betont. In dem heutigen Konzert wird diese Proklamation in einer sehr ungewöhnlichen Form erlebbar: sechs Schlagzeuger sind in einer Ellipse um das Publikum herum aufgestellt. Die Musik wird dadurch nicht mehr frontal erlebt, sondern findet mitten in den Ohren der Zuhörer statt, die von Klängen umkreist und attackiert werden. Dies soll zu einer persönlichen Stellungnahme herausfordern und vielleicht auch das Eintauchen in jene Welten ermöglichen, die uns in der Regel verschlossen sind. Iannis Xenakis Perséphassa (1969) für 6 Schlagzeuger Harry Pepl Zeitraffer (1993) - UA für Schlagzeug-Ensemble und Zuspielband Adriana Hölszky Jagt die Wölfe zurück (1989/90) für 6 Schlagzeuger Ausführende Studio Percussion grazHannes Ebner Günter Grasmuck Josi Hirzberger Günter Meinhart Roland Neffe Chico Schenk Leitung: Günter Meinhart Iannis XenakisPerséphassafür 6 räumlich verteilte Schlagzeuger (1969) Persephassa ist die erste Komposition von Iannis Xenakis, die vollständig von rhythmischen Gestaltungen und Prozessen geprägt ist. Das Stück entfaltet sich im Wechselspiel von an- und abschwellenden Wirbeln, von Synchronität und Asynchronität, von im Raume kreisenden Rhythmen, geschichteten Figuren und Klangwolken. Den verschiedenen Teilen des Stückes entsprechen verschiedene Gruppierungen der Schlaginstrumente.Im ersten Teil stehen die Fellinstrumente im Vordergrund. Dieser Teil beginnt mit einem markanten Tutti-Wirbel und baut dann, von einzelnen Schlägen ausgehend, Rhythmen, Schlagfolgen und vielschichtige rhythmische Prozesse auf: zunehmend dichter, stärker im Raum bewegt und rascher, bis schließlich alle Spieler in raschen Klangwolken und Schellwirbeln zusammenspielen. Danach löst sich das synchrone Spiel wieder auf in unterschiedlichen Rhythmen, sogar in unterschiedlichen Tempi aller sechs Spieler.Der zweite Teil beginnt ruhig, er bringt neue Rhythmen und Klangfarben ins Spiel: Holz und Metallinstrumente kommen hinzu; rhythmische Gestalten, Klangwolken, später auch Glissandi in Fellinstrumenten und Sirenen treten hervor.Im dritten Teil lösen sich alles rhythmischen Konturen auf zunächst in rasch kreisenden Wirbeln, schließlich in mächtigen Klangwolken.Persephassa ist gleichsam der Versuch, den Gegensatz zwischen älteren und neueren Prinzipien der Rhythmusorganisation in einem übergreifenden Zusammenhang aufzuheben. Hierbei ergeben sich im Zusammenspiel der 6 Schlagzeuger vielfältige Möglichkeiten der farblichen und rhythmischen Differenzierung. Bereits in den Anfangstakten ist zu hören, wie verschiedene rhythmische und spieltechnische Möglichkeiten ins Spiel gebracht werden und wie sich daraus schon nach kurzer Zeit ein klarer, zeitlich ausgedehnter rhythmischer Prozeß entfaltet. nach: Rolf FrisiusIannis Xenakis (geb. 1922 in Braila/Rumänien).Griechischer Abstammung. 1932 Übersiedelung nach Griechenland. Seit 1947 politisches Asyl in Frankreich. 1965 Französische Staatsbürgerschaft, lebt in Paris. Ausbildung: Polytechnisches Institut Athen; 1947 Ingenieursdiplom. 1950-53 Paris: Komposition (Olivier Messiaen). 1950-53 Gravesano: Komposition (Hermann Scherchen). 1947-60 Mitarbeit als Bauingenieur und Architekt bei Le Corbusier. Tätigkeiten: 1958 Planung des Philips-Pavillons für die Brüsseler Weltausstellung (auf Berechnungsgrundlagen von Metastaseis). Zahlreiche architektonische Arbeiten. 1965 Gründung des Équipe de mathématique et dauto-matique musicales (EMAMu, seit 1972 CMAM). 1967 Gründung eines Zentrums für mathematische und automatische Musik an der Indiana University, Bloomington. 1967-72 Associate Music Professor dort. 1970 Mitglied des Centre national de Recherche Scientifique (CNRS). 1972-89 Professur an der Universität von Paris I/Sorbonne. 1975 Gresham Professor of Music an der City University London. 1975 Mitbegründer des Pariser IRCAM (1981 Rückzug von der Mitarbeit). Erarbeitung eines Computersystems (UPIC) zur Umsetzung von Zeichnungen in Musik. Harry PeplZeitrafferfür Schlagzeugensemble und Zuspielband (2000) - Uraufführung"Welche Veränderungen müssen jetzt eintreten in unsrer Anschauungsweise und in unsren Vorstellungen! Sogar die Elementarbegriffe von Zeit und Raum sind schwankend geworden."Hellsichtig was Heinrich Heine anläßlich der Erfindung der Eisenbahn konstatiert hatte: "Der Raum wird getötet und es bleibt nur noch die Zeit übrig." Raffen von Zeit ist Devise unsrer Zeit: Beschleunigung und der simultane Ablauf von mehreren Ereignissen. Zweck: Einsparung von Zeit.Ich bin Kind unsrer Zeit: Zeitraffer ist auch meine Devise. Real-time composing (meine Arbeitsmethode): Totale Improvisation im Sog der Geschwindigkeit des Augenblicks. Resultat: Ein Spiel mit Wellen und Gezeiten.Kunst hat die Aufgabe, Tendenzen der Zeit nicht bloß zu verneinen, sondern auch zu verschärfen. Harry PeplHarry Pepl (geb. 1945 in Wien).Gitarrist, Komponist, Pianist, Schlagzeuger, o. HS Prof. i. R. Unterrichtete an der Musikhochschule Graz (1976 - 94) sowie an Seminaren der Musikhochschule Hamburg, an der Internationalen Jazzakademie St.Pölten (1992) und der Niederösterreichischen Jazzakademie Zeillern. (1990 - 94). Förderungspreis des Landes Niederösterreich 1991. Würdigungspreis des Landes Niederösterreich 1998. Preis der deutschen Schallplattenkritik/Vierteljahresliste für "Werner Prichner, Harry Pepl, Jack DeJohnette" ECM (1983) und "Cracked mirrors" ECM (1988). Zahlreiche Preise der französischen Schallplattenkritik für "Turbulence" MFA (1987) und "Mens Land" Label Bleu (1987) - beides CDs mit Michel Portal. Auftritte und Aufnahmen mit Musikern wie Benny Goodman, Jack DeJohnette, Dave Holland, Dave Liebman, Jon Portal, Daniel Humair, Wolfgang Puschnig, Wolfgang Reisinger, Werner Pirchner, Wolfgang Mitterer, Dino Saluzzi, Herbert Joos, Jamaaladeen Tacuma, Enrico Rava und Joachim Kühn. Wirkte mit in der ORF-Big-Band, NDR-Big-Band, im ORF-Symphonieorchester und V.A.O. Auftragskompositionen für das Kronus Quartett, Studio Percussion graz, Austrian Art Ensemble, Ensemble Wien, Artis Quartett, Ensemble Kontrapunkte und Thomas Larcher. Gastierte an allen bedeutenden Festivals für Jazz und Neue Musik u.a. in Berlin, Köln, Moers, Donaueschingen, Warschau, Montreux, Pori, Raab, Saalfelden, Leverkusen, Ancona und Le Mans. Außerdem Auftritte und Aufführungen u.a. in der Knitting Factory (New York), Royal Festival Hall (London), Alten Oper (Frankfurt/Main) und der Berliner Philharmonie, im Centre Pompidou, Théatro de ville (Paris), im Wiener Konzerthaus und Musikverein, Umfangreiche Diskographie. "Le Monde" bezeichnete Pepl als Giganten der Improvisation. Adriana HölszkyJagt die Wölfe zurückfür 6 räumlich verteilte Schlagzeuger (1989/90) Die Aufmerksamkeit im Komponieren konzentriert sich in diesem Stück auf das Schaffen von linearen Klangwanderungen reiner Farben. Die Transmission der Klangbewegung erfordert schnellste Reaktionsfähigkeit von seiten der Schlagzeuger. Der Titel hat keinen illustrativen Charakter, sondern bezieht sich auf den grundlegenden Gestus dieser Klangbewegung: der Klangimpuls wird mit hoher Geschwindigkeit durch den Raum kreisförmig "gejagt". Die kompositorische Problematik der Überlagerung unterschiedlicher Bewegungsbahnen der Klangsignale wurde nach diesem Stück in der Komposition "Karawane" weiterentwickelt.Es geht in "Jagt die Wölfe zurück! " andererseits um den Weg der Transformation des Klanges, der sich vom Impuls zum statischen Klang entwickelt.Die Bedrohlichkeit und Härte dieses "gejagten Klanges" kann mit der "inneren Temperatur" des Gedichtes "die gestundene Zeit" von Ingeborg Bachmann assoziativ verbunden werden. Hier der Schluß: "Sieh dich nicht um. Schnür deinen Schuh. Jag die Hunde zurück. Wirf die Fische ins Meer. Lösch die Lupinen! Es kommen härtere Tage." Adriana HölszkyAdriana Hölszky (geb. 1953 in Bukarest, Rumänien).Von 1972-75 studierte sie Komposition bei Stefan Niculescu und Klavier an der Musikhochschule Bukarest. 1976 übersiedelte sie nach Deutschland und studierte Komposition bei Milko Kelemen und Klavierkammermusik bei Günter Louegk an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellenden Kunst Stuttgart. 1988 wurde ihre Oper "Bremer Freiheit" bei der 1. Münchener Biennale des zeitgenössischen Musiktheaters uraufgeführt. Ihre Komposition "Lichtflug" wurde 1990 bei den Donaueschinger Musiktagen erstmals aufgeführt. Von 1980-89 hatte sie einen Lehrauftrag für Musiktheorie und Gehörbildung an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellenden Kunst Stuttgart.Adriana Hölszky ist Preisträgerin bei zahlreichen Wettbewerben wie Valentino Bucchi / Rom 1979, Gaudeamus-Kompositionspreis 1981, Max-Deutsch-Preis / Paris 1982, Preisträgerin der Stadt Stuttgart 1982, Preisträgerin der GEDOK Mannheim 1985/89, Brahms-Förderpreis 1988, Heidelberger Künstlerinnenpreis 1990, Schneider-Schott-Musikpreis, Mainz 1990, "Rom-Preis"-Stipendium 1991. Studio Percussion graz Studio Percussion graz wurde 1979 von Günter Meinhart gegründet und zählt zu den renommiertesten Ensembles für zeitgenössische Musik. Neben dem klassischen Repertoire der Schlagzeugwerke des 20. Jahrhunderts liegt ein Schwerpunkt in spartenübergreifenden Projekten, sowie - schon seit der Gründung - in der Zusammenarbeit mit jungen nationalen und internationalen Komponisten, die speziell für Studio Percussion graz neue Werke schreiben. Hierbei steht der gegenseitige künstlerische Austausch zwischen Musiker und Komponist im Vordergrund. © 1999 by Heimo Binder Studio Percussion graz und seine Mitglieder tritt regelmäßig unter seinem Leiter Günter Meinhart im In- und Ausland bei diversen Festivals in Erscheinung. Die Standardbesetzung von sechs Schlagzeugern wird manchmal auch bis zu zehn Schlagzeuger erweitert oder mit anderen Instrumenten kombiniert. Die einzelnen Musiker von Studio Percussion graz sind oder waren auch immer wieder in anderen Ensembles und bei diversen Produktionen tätig: Steve Reich, Percussion Project Robyn Schulkowsky, Klangforum Wien, Wolfgang und Christian Muthspiel, Austrian Art Ensemble, Ensemble 20. Jahrhundert, RSO Wien, Slowenische Nationalphilharmonie, Janus Ensemble Wien, Orchesterforum Rundfunksinfonieorchester Zagreb, Grazer Symphonisches Orchester, Pro Arte Orchester Graz.Aufführungen u.a. Moskau Modern, Israel Festival, Jazzfestival Rom, Warschauer Herbst, Musica Strasbourg, Dubrovnik Festival, Festival de Lille, Inventionen Berlin, Bienale Zagreb, Jazz meets Art Zürich, Darmstädter Ferienkurse, Steirischer Herbst, Styriarte, Wiener Festwochen, Salzburger Festspiele.Konzerte, Workshops und Musikhörstunden für die unterschiedlichsten Schul-typen in ganz Österreich haben Studio Percussion graz zu einem lebendigen Vermittler für moderne Musik werden lassen. Seit 1993 führt Studio Percussion graz eine eigene Schlagzeugschule in Graz. DiskographieApocalyptica (1979): Werke von Milko Kelemen Minimal Moving (1981): Werke von Günter Meinhart Gottfried von Einem (1994) Studio Percussion Live (1995): Tutuguri VI von Wolfgang Rihm Studio Percussion plays Harry Pepl, Wolfgang Muthspiel und Armin Pokorn (1995) - Extraplatte EX 242-2 Studio Percussion "Braca" (1997): Werke von Mauricio Kagel und Christian Muthspiel - Extraplatte EX 309-2 Rashomon (1998): Oper von Mayako Kobu - Ariadne Verlag AD 998001 SponsorenUpdated: 10 Dec 2001Zeit und Raum sind nach Kant die primären Kategorien der menschlichen Wahrnehmung. Unser Denken und Empfinden, unsere ganze Existenz ist diesen Kategorien verhaftet und umschließen uns wie eine Schale, die Geborgenheit und Sinn gibt, manchmal aber auch als Beengung empfunden werden kann. In seltenen Momenten der Entrückung und Ekstase scheint es, als könnten wir kurzzeitig Raum und Zeit übersteigen und dahinter ein Unaussprechliches erspüren, das uns mit Schaudern und Freude erfüllt. Komponisten haben auf diese Phänomene seit jeher sensibel reagiert und oftmals versucht, mit Hilfe der Musik - der Zeitkunst par exemple - diese verborgen Welten erahnbar zu machen. Die von Schönberg im 2. Streichquartett akklamierte "Luft von anderen Planeten" kündet ebenson davon wie die Musik Iannis Xenakis, die sich - aller eingesetzten mathematischen Verfahrensweisen zum Trotz - auf archaische Rituale des altgriechischen Dionysos-Kultes bezieht. Dass der Raum erst durch Klang erfahrbar wird, hat Heinz Tesar (der Architekt des SCHÖMER-HAUSES) immer wieder betont. In dem heutigen Konzert wird diese Proklamation in einer sehr ungewöhnlichen Form erlebbar: sechs Schlagzeuger sind in einer Ellipse um das Publikum herum aufgestellt. Die Musik wird dadurch nicht mehr frontal erlebt, sondern findet mitten in den Ohren der Zuhörer statt, die von Klängen umkreist und attackiert werden. Dies soll zu einer persönlichen Stellungnahme herausfordern und vielleicht auch das Eintauchen in jene Welten ermöglichen, die uns in der Regel verschlossen sind. Iannis Xenakis Perséphassa (1969) für 6 Schlagzeuger Harry Pepl Zeitraffer (1993) - UA für Schlagzeug-Ensemble und Zuspielband Adriana Hölszky Jagt die Wölfe zurück (1989/90) für 6 Schlagzeuger Ausführende Studio Percussion grazHannes Ebner Günter Grasmuck Josi Hirzberger Günter Meinhart Roland Neffe Chico Schenk Leitung: Günter Meinhart Iannis XenakisPerséphassafür 6 räumlich verteilte Schlagzeuger (1969) Persephassa ist die erste Komposition von Iannis Xenakis, die vollständig von rhythmischen Gestaltungen und Prozessen geprägt ist. Das Stück entfaltet sich im Wechselspiel von an- und abschwellenden Wirbeln, von Synchronität und Asynchronität, von im Raume kreisenden Rhythmen, geschichteten Figuren und Klangwolken. Den verschiedenen Teilen des Stückes entsprechen verschiedene Gruppierungen der Schlaginstrumente. Im ersten Teil stehen die Fellinstrumente im Vordergrund. Dieser Teil beginnt mit einem markanten Tutti-Wirbel und baut dann, von einzelnen Schlägen ausgehend, Rhythmen, Schlagfolgen und vielschichtige rhythmische Prozesse auf: zunehmend dichter, stärker im Raum bewegt und rascher, bis schließlich alle Spieler in raschen Klangwolken und Schellwirbeln zusammenspielen. Danach löst sich das synchrone Spiel wieder auf in unterschiedlichen Rhythmen, sogar in unterschiedlichen Tempi aller sechs Spieler. Der zweite Teil beginnt ruhig, er bringt neue Rhythmen und Klangfarben ins Spiel: Holz und Metallinstrumente kommen hinzu; rhythmische Gestalten, Klangwolken, später auch Glissandi in Fellinstrumenten und Sirenen treten hervor. Im dritten Teil lösen sich alles rhythmischen Konturen auf zunächst in rasch kreisenden Wirbeln, schließlich in mächtigen Klangwolken. Persephassa ist gleichsam der Versuch, den Gegensatz zwischen älteren und neueren Prinzipien der Rhythmusorganisation in einem übergreifenden Zusammenhang aufzuheben. Hierbei ergeben sich im Zusammenspiel der 6 Schlagzeuger vielfältige Möglichkeiten der farblichen und rhythmischen Differenzierung. Bereits in den Anfangstakten ist zu hören, wie verschiedene rhythmische und spieltechnische Möglichkeiten ins Spiel gebracht werden und wie sich daraus schon nach kurzer Zeit ein klarer, zeitlich ausgedehnter rhythmischer Prozeß entfaltet. nach: Rolf FrisiusIannis Xenakis (geb. 1922 in Braila/Rumänien). Griechischer Abstammung. 1932 Übersiedelung nach Griechenland. Seit 1947 politisches Asyl in Frankreich. 1965 Französische Staatsbürgerschaft, lebt in Paris. Ausbildung: Polytechnisches Institut Athen; 1947 Ingenieursdiplom. 1950-53 Paris: Komposition (Olivier Messiaen). 1950-53 Gravesano: Komposition (Hermann Scherchen). 1947-60 Mitarbeit als Bauingenieur und Architekt bei Le Corbusier. Tätigkeiten: 1958 Planung des Philips-Pavillons für die Brüsseler Weltausstellung (auf Berechnungsgrundlagen von Metastaseis). Zahlreiche architektonische Arbeiten. 1965 Gründung des Équipe de mathématique et dauto-matique musicales (EMAMu, seit 1972 CMAM). 1967 Gründung eines Zentrums für mathematische und automatische Musik an der Indiana University, Bloomington. 1967-72 Associate Music Professor dort. 1970 Mitglied des Centre national de Recherche Scientifique (CNRS). 1972-89 Professur an der Universität von Paris I/Sorbonne. 1975 Gresham Professor of Music an der City University London. 1975 Mitbegründer des Pariser IRCAM (1981 Rückzug von der Mitarbeit). Erarbeitung eines Computersystems (UPIC) zur Umsetzung von Zeichnungen in Musik. Harry PeplZeitrafferfür Schlagzeugensemble und Zuspielband (2000) - Uraufführung"Welche Veränderungen müssen jetzt eintreten in unsrer Anschauungsweise und in unsren Vorstellungen! Sogar die Elementarbegriffe von Zeit und Raum sind schwankend geworden. "Hellsichtig was Heinrich Heine anläßlich der Erfindung der Eisenbahn konstatiert hatte: "Der Raum wird getötet und es bleibt nur noch die Zeit übrig. " Raffen von Zeit ist Devise unsrer Zeit: Beschleunigung und der simultane Ablauf von mehreren Ereignissen. Zweck: Einsparung von Zeit. Ich bin Kind unsrer Zeit: Zeitraffer ist auch meine Devise. Real-time composing (meine Arbeitsmethode): Totale Improvisation im Sog der Geschwindigkeit des Augenblicks. Resultat: Ein Spiel mit Wellen und Gezeiten. Kunst hat die Aufgabe, Tendenzen der Zeit nicht bloß zu verneinen, sondern auch zu verschärfen. Harry PeplHarry Pepl (geb. 1945 in Wien). Gitarrist, Komponist, Pianist, Schlagzeuger, o. HS Prof. i. R. Unterrichtete an der Musikhochschule Graz (1976 - 94) sowie an Seminaren der Musikhochschule Hamburg, an der Internationalen Jazzakademie St. Pölten (1992) und der Niederösterreichischen Jazzakademie Zeillern. (1990 - 94). Förderungspreis des Landes Niederösterreich 1991. Würdigungspreis des Landes Niederösterreich 1998. Preis der deutschen Schallplattenkritik/Vierteljahresliste für "Werner Prichner, Harry Pepl, Jack DeJohnette" ECM (1983) und "Cracked mirrors" ECM (1988). Zahlreiche Preise der französischen Schallplattenkritik für "Turbulence" MFA (1987) und "Mens Land" Label Bleu (1987) - beides CDs mit Michel Portal. Auftritte und Aufnahmen mit Musikern wie Benny Goodman, Jack DeJohnette, Dave Holland, Dave Liebman, Jon Portal, Daniel Humair, Wolfgang Puschnig, Wolfgang Reisinger, Werner Pirchner, Wolfgang Mitterer, Dino Saluzzi, Herbert Joos, Jamaaladeen Tacuma, Enrico Rava und Joachim Kühn. Wirkte mit in der ORF-Big-Band, NDR-Big-Band, im ORF-Symphonieorchester und V. A. O. Auftragskompositionen für das Kronus Quartett, Studio Percussion graz, Austrian Art Ensemble, Ensemble Wien, Artis Quartett, Ensemble Kontrapunkte und Thomas Larcher. Gastierte an allen bedeutenden Festivals für Jazz und Neue Musik u. a. in Berlin, Köln, Moers, Donaueschingen, Warschau, Montreux, Pori, Raab, Saalfelden, Leverkusen, Ancona und Le Mans. Außerdem Auftritte und Aufführungen u. a. in der Knitting Factory (New York), Royal Festival Hall (London), Alten Oper (Frankfurt/Main) und der Berliner Philharmonie, im Centre Pompidou, Théatro de ville (Paris), im Wiener Konzerthaus und Musikverein, Umfangreiche Diskographie. "Le Monde" bezeichnete Pepl als Giganten der Improvisation. Adriana HölszkyJagt die Wölfe zurückfür 6 räumlich verteilte Schlagzeuger (1989/90) Die Aufmerksamkeit im Komponieren konzentriert sich in diesem Stück auf das Schaffen von linearen Klangwanderungen reiner Farben. Die Transmission der Klangbewegung erfordert schnellste Reaktionsfähigkeit von seiten der Schlagzeuger. Der Titel hat keinen illustrativen Charakter, sondern bezieht sich auf den grundlegenden Gestus dieser Klangbewegung: der Klangimpuls wird mit hoher Geschwindigkeit durch den Raum kreisförmig "gejagt". Die kompositorische Problematik der Überlagerung unterschiedlicher Bewegungsbahnen der Klangsignale wurde nach diesem Stück in der Komposition "Karawane" weiterentwickelt. Es geht in "Jagt die Wölfe zurück! " andererseits um den Weg der Transformation des Klanges, der sich vom Impuls zum statischen Klang entwickelt. Die Bedrohlichkeit und Härte dieses "gejagten Klanges" kann mit der "inneren Temperatur" des Gedichtes "die gestundene Zeit" von Ingeborg Bachmann assoziativ verbunden werden. Hier der Schluß: "Sieh dich nicht um. Schnür deinen Schuh. Jag die Hunde zurück. Wirf die Fische ins Meer. Lösch die Lupinen! Es kommen härtere Tage. " Adriana HölszkyAdriana Hölszky (geb. 1953 in Bukarest, Rumänien). Von 1972-75 studierte sie Komposition bei Stefan Niculescu und Klavier an der Musikhochschule Bukarest. 1976 übersiedelte sie nach Deutschland und studierte Komposition bei Milko Kelemen und Klavierkammermusik bei Günter Louegk an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellenden Kunst Stuttgart. 1988 wurde ihre Oper "Bremer Freiheit" bei der 1. Münchener Biennale des zeitgenössischen Musiktheaters uraufgeführt. Ihre Komposition "Lichtflug" wurde 1990 bei den Donaueschinger Musiktagen erstmals aufgeführt. Von 1980-89 hatte sie einen Lehrauftrag für Musiktheorie und Gehörbildung an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellenden Kunst Stuttgart. Adriana Hölszky ist Preisträgerin bei zahlreichen Wettbewerben wie Valentino Bucchi / Rom 1979, Gaudeamus-Kompositionspreis 1981, Max-Deutsch-Preis / Paris 1982, Preisträgerin der Stadt Stuttgart 1982, Preisträgerin der GEDOK Mannheim 1985/89, Brahms-Förderpreis 1988, Heidelberger Künstlerinnenpreis 1990, Schneider-Schott-Musikpreis, Mainz 1990, "Rom-Preis"-Stipendium 1991. Studio Percussion graz Studio Percussion graz wurde 1979 von Günter Meinhart gegründet und zählt zu den renommiertesten Ensembles für zeitgenössische Musik. Neben dem klassischen Repertoire der Schlagzeugwerke des 20. Jahrhunderts liegt ein Schwerpunkt in spartenübergreifenden Projekten, sowie - schon seit der Gründung - in der Zusammenarbeit mit jungen nationalen und internationalen Komponisten, die speziell für Studio Percussion graz neue Werke schreiben. Hierbei steht der gegenseitige künstlerische Austausch zwischen Musiker und Komponist im Vordergrund. © 1999 by Heimo Binder Studio Percussion graz und seine Mitglieder tritt regelmäßig unter seinem Leiter Günter Meinhart im In- und Ausland bei diversen Festivals in Erscheinung. Die Standardbesetzung von sechs Schlagzeugern wird manchmal auch bis zu zehn Schlagzeuger erweitert oder mit anderen Instrumenten kombiniert. Die einzelnen Musiker von Studio Percussion graz sind oder waren auch immer wieder in anderen Ensembles und bei diversen Produktionen tätig: Steve Reich, Percussion Project Robyn Schulkowsky, Klangforum Wien, Wolfgang und Christian Muthspiel, Austrian Art Ensemble, Ensemble 20. Jahrhundert, RSO Wien, Slowenische Nationalphilharmonie, Janus Ensemble Wien, Orchesterforum Rundfunksinfonieorchester Zagreb, Grazer Symphonisches Orchester, Pro Arte Orchester Graz. Aufführungen u. a. Moskau Modern, Israel Festival, Jazzfestival Rom, Warschauer Herbst, Musica Strasbourg, Dubrovnik Festival, Festival de Lille, Inventionen Berlin, Bienale Zagreb, Jazz meets Art Zürich, Darmstädter Ferienkurse, Steirischer Herbst, Styriarte, Wiener Festwochen, Salzburger Festspiele. Konzerte, Workshops und Musikhörstunden für die unterschiedlichsten Schul-typen in ganz Österreich haben Studio Percussion graz zu einem lebendigen Vermittler für moderne Musik werden lassen. Seit 1993 führt Studio Percussion graz eine eigene Schlagzeugschule in Graz. DiskographieApocalyptica (1979): Werke von Milko Kelemen Minimal Moving (1981): Werke von Günter Meinhart Gottfried von Einem (1994) Studio Percussion Live (1995): Tutuguri VI von Wolfgang Rihm Studio Percussion plays Harry Pepl, Wolfgang Muthspiel und Armin Pokorn (1995) - Extraplatte EX 242-2 Studio Percussion "Braca" (1997): Werke von Mauricio Kagel und Christian Muthspiel - Extraplatte EX 309-2 Rashomon (1998): Oper von Mayako Kobu - Ariadne Verlag AD 998001 SponsorenUpdated: 10 Dec 2001.Letzten Artikel zu devise realtime Realtime Devisen Kurse Forex Realtime Euro W hrungen Realtime Currency Trading Quotes (2007-09-12) Faszination DevisenDie Gewinn- möglichkeiten mit Devisen sind enorm. Nie zuvor war es für den Privatanleger einfacher und lukrativer, mit den Kursschwankungen und Trends von Wechselkursen eigenständig und ohne hohe Gebühren Gedl zu verdienen. 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